Mode als Ausdruck und nicht als Konkurrenz - Warum Vergleiche nicht immer sinnvoll sind
- Katharina
- 19. März
- 3 Min. Lesezeit

Am 28. Februar fand im Schloss Christiansborg eine abendliche Veranstaltung für Kunst und Kultur statt. Kronprinzessin Mary trug dabei ein Kleid von Jenny Packham, das sie bereits 2022 zu ihrem 50. Geburtstag getragen hatte. Interessanterweise hatte auch Catherine, die Prinzessin von Wales, dieses Kleid bereits 2023 getragen. Nach dem Event entbrannten in den sozialen Medien Diskussionen darüber, wem das Kleid besser steht - und das auch nicht zum ersten Mal. Bereits 2024 lud das Tragen desselben Kleides regelrecht zu einer Debatte über die beiden Damen und widerholte sich erneut mit dem Event in Schloss Christiansborg. Es gab jedoch auch Lob für beide Damen. Eine Diskussion die zum Nachdenken anregt und die Frage aufwirft, warum wir Menschen oft uns selbst oder andere miteinander vergleichen.
Warum vergleichen wir in der Mode?
Der Vergleich in der Mode ist ein weit verbreitetes Phänomen, das tief in unserer Psychologie verankert ist. Laut der Theorie des sozialen Vergleichs von Leon Festinger haben Menschen das Bedürfnis, sich selbst einzuschätzen, insbesondere wenn objektive Maßstäbe fehlen. Sie vergleichen sich mit anderen, um ihre eigene Position oder ihren Status zu bestimmen.
In der Mode dient der Vergleich dazu, den eigenen Stil oder Geschmack zu validieren. Wenn prominente Persönlichkeiten wie Royals dasselbe Kleid tragen, nutzen Menschen diese Gelegenheit, um ihre eigenen Modepräferenzen zu reflektieren und zu diskutieren. Diese Vergleiche können jedoch zu einem Wettbewerb führen, der den individuellen Ausdruck und die Vielfalt in der Mode untergräbt.
Psychologische Auswirkungen solcher Vergleiche
Vergleiche sind laut Psychologie normal, aber nicht immer gesund. Sie können zu Unsicherheiten und einem verminderten Selbstwertgefühl führen, insbesondere wenn man sich ständig mit idealisierten Bildern oder Personen misst. Es ist wichtig, sich dieser Tendenz bewusst zu sein und den Fokus auf die eigene Individualität zu legen.
Der Wert der Individualität
Jeder Mensch sollte auf sich selbst schauen und mit sich zufrieden sein. Mode ist ein Ausdruck der Persönlichkeit und sollte nicht als Wettbewerb betrachtet werden. Gemeinsamkeiten, wie das Tragen desselben Kleides, können verbinden und zeigen, dass Stil universell ist. Statt zu fragen, wem es besser steht, könnten wir feiern, wie unterschiedlich dasselbe Kleid interpretiert und getragen werden kann.
Fazit
Vergleiche in der Mode sind allgegenwärtig und tief in unserer Psychologie verankert. Während sie helfen können, den eigenen Stil zu definieren, sollten sie nicht dazu führen, Individualität und Selbstwert zu untergraben. Es ist wichtig, Mode als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu sehen und Gemeinsamkeiten als verbindendes Element zu erkennen. Anstatt die beiden Frauen als "Modekonkurrentinnen" zu betrachten, ist es viel schöner, ihren gemeinsamen Modestil hervorzuheben. Gerade in der heutigen Zeit wird das Tragen desselben Kleidungsstück oft zu einem Wettkampf zweier Individuen stilisiert, was jedoch längst überholt ist.
Mein Rat: Hören Sie auf sich oder andere Menschen miteinander zu vergleichen! Egal ob es die Mode, das Gewicht oder sogar Lebensabschnitte sind. Legen Sie den Fokus mehr auf sich selbst und achten Sie auf Ihr eigenes Wohlbefinden.
Quellen: https://www.vogue.de/mode/galerie/koenigin-mary-von-daenemark-kate-middleton-style-zwillinge[abgerufen am [19.03.2025] www.kongehuset.dk [abgerufen am 19.03.2025]. „Kate, Mary, Victoria oder Máxima – Wenn Royals zum gleichen Kleid greifen“, Stuttgarter Zeitung, online verfügbar unter: stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 19.03.2025].
„Catherine & Prinzessin Mary: 4 modische Vorlieben, die sie teilen“, Gala, online verfügbar unter: gala.de [abgerufen am 19.03.2025].
„Herzogin Kates Lieblingskleid: Figurschmeichler für den Sommer“, InStyle, online verfügbar unter: instyle.de [abgerufen am 19.03.2025].
„Königin Mary: Dieses Kleid liebt nicht nur sie heiß und innig“, Gala, online verfügbar unter: gala.de [abgerufen am 19.03.2025]. monami.hs-mittweida.de [abgerufen am 19.03.2025].
„Die Macht der Kleidung – Was unser Outfit über uns verrät“. Online verfügbar unter: welt.de [abgerufen am 19.03.2025].
„Warum Stars sich jetzt so gerne modische Fehltritte leisten“. Online verfügbar unter: welt.de [abgerufen am 19.03.2025].
Festinger, Leon. (1978). Theorie der kognitiven Dissonanz. Huber Verlag, Bern. Bild:https://preview.redd.it/twinning-who-wore-it-better-kate-vs-mary-in-jenny-packham-v0-udf5i1oxt30d1.png?width=1080&crop=smart&auto=webp&s=9ce4d892cc26b164bd66a580ad2b1a4fbce87da6 [abgerufen am 19.03.2025].
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